Jüdisscher Friedhof in Beilstein (Mosel)

Bevor wir uns auf die Reise nach Rheinland-Pfalz machten, informierten wir uns vorher über Google, ob es interessante Orte gibt, die man eventuell besuchen könnte. In einem Video haben wir gesehen, dass bei einer Wanderung zur Burgruine Metternich in Beilstein an der Mosel an einem jüdischen Friedhof vorbei kommt. Dieser hatte mich interessiert.

Der jüdische Friedhof in Beilstein wurde vermutlich im 17. Jahrhundert angelegt. Dieser ist hoch oben am Fuße der Burgruine Metternich, auch die jüdischen Familien aus Bruttig, Ediger-Eller, Bremm, Senheim und Mesenich haben diesen als Begräbnisstätte genutzt. Der älteste lesbare Stein ist der des Rafael, Sohn des geehrten Moshe, der am 10.11.1818 gestorben ist. Die letzte Beisetzung ist auf das Jahr 1938 datiert.

Zu Zeiten des Nationalsozialismus wurde dieser Friedhof leider geschändet und teilweise abgeräumt. Nach 1945 stellte man die Grabsteine wieder auf, jedoch teilweise nicht an ihrem ursprünglichen Platz. Der Friedhof wird gepflegt und auch besucht, das erkennt man daran, dass auf etlichen Grabsteinen kleine Kieselsteine liegen. Die Juden schmücken ihre Gräber nicht mit Blumen, statt dessen hinterlassen sie beim Besuch des Friedhofes kleine Steine auf den Gräbern ihrer Angehörigen. Das beruht sich auf die Zeit vor mehr als 2000 Jahren, als Gräber in der Wüstenregion durch Anhäufung von Steinen gekennzeichnet wurden.

Insgesamt befinden sich noch etwa 110 erhaltene Grabsteine auf dem 1405 qm großen Verbandsfriedhof.

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